Grün vor Neid? – Warum du neidisch wirst und was du dagegen tun kannst


Grün vor Neid?

 

Hand aufs Herz, wann warst du das letzte Mal neidisch?

 

Was wolltest du unbedingt haben? Wen oder was hast du dabei gesehen?

 

War es ein roter Ferrari? Oder ein glückliches junges Paar, das sich frisch verliebt angeschaut hat?

 

Egal was es war. Neidgefühle breiten sich schnell aus und wenn sie da sind, fühlen wir uns minderwertig und klein.

 

Ich gebe es offen zu. Ich habe schon sehr oft in meinem Leben an Neidgefühlen gelitten.

 

Jedes Mal, wenn ich neidisch wurde, wollte ich etwas besitzen, das ich ich nicht hatte.

 

Ich fühlte mich schlecht, weil ich einerseits schöne Klamotten tragen wollte, aber andererseits mir sie nicht leisten konnte.

 

Wenn sich meine Freundinnen etwas Schönes gekauft hatten, freute ich mich für sie, aber immer mit einem ekligen Beigeschmack. Tief in mir drinnen, wollte ich auch eine Designertasche besitzen oder bessere Note in der Schule absahnen.

 

Immer wenn wir etwas begehren, aber nicht besitzen können, fühlen wir uns unter Druck gesetzt. Oft fangen wir an, das, was wir begehren, schlecht zu reden.

 

 > Ach, es geht doch nicht darum, immer besser zu sein. Diese Konsumgesellschaft ist doch Schuld daran, dass man sich ständig misst und schlecht fühlt. <

 

 > Ich brauche keine Statussymbole. Ich bin auch mit weniger Geld zu frieden. <

 

So redete ich mir z.B. ein, dass ich mir schöne Klamotten gar nicht so wichtig wären und gute Noten ebenso wenig.

 

Weil ich meine Neidgefühle nicht verstanden habe, fühlte ich mich schlecht. Ja sogar schuldig. Ich redete mir sofort alles schön, um die bösen Neidgefühle schnell wieder los zu werden.

 

Sicherlich willst du dich wegen deinen Neidgefühlen nicht so schlecht fühlen, wie ich damals.

 

So wie du, war auch ich mir über einige Dinge nicht im Klaren. Mir hat schlichtweg das nötige Wissen gefehlt, um meine Neidgefühle in den Griff zu bekommen und etwas Positives daraus zu machen.

 

Ja, du hast richtig gelesen.

 

Neid muss nicht negativ sein. Genau genommen kannst du dafür sorgen, dass Neid erst gar nicht entsteht. Du kannst aus jeder Situation zur jeder Zeit etwas Positives machen, vorausgesetzt, dass du einige wichtige Erkenntnisse verstehst und auch umsetzt.

 

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich liebe es, Wissen in verständlicher und einfacher Form aufzunehmen.

 

Daher möchte ich meine Erkenntnisse in dem nachfolgenden Teil dieses Artikels, in einer Art Frage- und Antwort- Spiel verpacken 😉

 

Also, bist du bereit?

 

Gut, dann fangen wir an.

 

Wann kommen Neidgefühle auf?

 

Wenn wir Neid auf der Oberfläche betrachten, könnte man meinen, dass Neid immer dann auftaucht, wenn wir etwas begehren, das wir nicht haben können. Das schöne Auto oder die Fähigkeit erstklassige Reden zu halten, scheint auf dem ersten Blick nicht für Jedermann zu sein. In gewisser Weise ist diese Annahme auch richtig, denn solche Dinge können nur die Menschen besitzen, die hart an sich gearbeitet und ihre Fertigkeiten so lange perfektioniert haben, bis sie das gewünschte Resultat erreicht haben: Viel Geld für ein Sportwagen oder Sprachfertigkeiten, die einen sofort mitreißen! Hinter all den Dingen, die wir begehren, steckt harte Arbeit. Die schönsten Dinge im Leben bekommt man immer gegen einen Gegenwert und das ist Fleiß.

 

Du meinst also, dass Menschen neidisch werden, weil sie den Fleiß und die harte Arbeit hinter den Dingen, die sie begehren, nicht sehen können?

 

Ja, absolut. Menschen, die schnell neidisch werden, können meist selbst nichts geben. Besser ausdrückt, sie haben nie gelernt viel zu geben, sich richtig anzustrengen und hart an ihren Zielen zu arbeiten. Doch das ist nur ein Aspekt. Neidische Menschen, auch wenn sie zu einem gewissen Teil selbst fleißig sind, sind der Überzeugung, dass Erfolg im Endeffekt doch nur Glückssache ist. Sie glauben, dass der Erfolg, den sie bei anderen sehen, darauf zurückzuführen ist, dass jemand mehr Glück, bessere Beziehungen oder etwas anderes Wunderbares besitzt, das ihnen selbst nicht zu steht. Im Vergleich zu diesen Glückpilzen, versteifen sich die Neider auf ihr eigenes Pech. Somit liegt es nah, dass Neidgefühle immer auch eine Form von Selbstmitleid sind. Menschen, die andere beneiden, sagen zu sich selbst: „ Oh, er hat es so gut, weil er so gut reden kann und ich armes Ding, kann es nicht. Ich wünschte, ich hätte das auch, was er hat.

 

Kann Neid auch etwas Positives sein?

 

So wie Angstgefühle, so können auch Neidgefühle wie ein Kompass funktionieren: Sie zeigen dir den Weg zu deinen Wünschen und Träumen. Es ist nichts Verwerfliches daran, materielle Dinge zu begehren oder bestimmte Fertigkeiten. Viele empfinden Neidgefühle, weil sie etwas können oder haben wollen.

 

Doch anstatt ihre Neidgefühle als Ansporn zu nehmen, das Gleiche zu erreichen, reden sie sich ihr Wünsche aus. Vieles wird einfach schlecht geredet. > Es ist nicht so wichtig. Das ist sowieso oberflächlich und so weiter und so fort. <

 

Gibt es Menschen, die nicht neidisch sind?

 

Sagen wir so. Es gibt niemanden, der nicht begehrt: Ein Mensch, der wie ein Geist da sitzt, atmet und glücklich ist, ist eine reine Wunschvorstellung. Wir sind irdische Wesen mit Trieben, Bedürfnissen, und im optimalsten Fall, Zielen! Das zu ignorieren oder runterzureden, ist nutzlos. Selbst ein Mensch, dessen höchstes Ziel ist, inneren Frieden zu finden, begehrt einen bestimmten Zustand, der für ihn begehrenswert ist. Jeder möchte etwas erreichen, besitzen oder können. Das liegt in der Natur des Menschen. Genauso liegt es in der Natur des Menschen, sich mit anderen zu vergleichen. Ein Kind lernt durchs Beobachten. Zuerst schaut es zu, wie die Eltern sprechen, gehen und lachen. Später versucht es, ihr Verhalten einfach nachzumachen. In dieser frühen Kindheitsphase lernt das Kind bereits, sich mit seiner Umwelt zu vergleichen: Was kann ich und was können meine Eltern?

 

Aber oft wird gesagt, dass es nicht gut ist, sich zu vergleichen. Stimmt das nicht?

 

Nein. Es ist unmöglich, sich nicht zu vergleichen, weil die menschliche Psyche darauf gepolt ist. Wir vergleichen, um zu lernen und uns weiterzuentwickeln. Sowas zu behaupten, ist wenig hilfreich, weil es nicht der Realität entspricht. Genauso ist es unrealistisch, Menschen weiß zu machen, dass sie nichts begehren sollten, um rein und gut zu sein. Das sind Vorstellungen, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben.

 

Ok, es gibt also keine Menschen, die nicht begehren, gibt es nun Menschen, die kein Neid empfinden?

 

Ja, die gibt sie. Anders als die neidischen Menschen haben sie verstanden, dass Erfolg eine einfache Rechnung ist: Jeder, der viel Zeit und Leidenschaft in eine Tätigkeit steckt, wird nach und nach besser und erfolgreicher. Derjenige, der sich anstrengt, derjenige, der es schafft, durch Ängste und Zweifel zu gehen, wird am Ende belohnt. Diejenigen, die sich nicht trauen und bei dem kleinsten Zweifel zurückschrecken, werden auf der Strecke bleiben und niemals das befriedigende Gefühl von Erfolg genießen können. Menschen ohne Neid verstehen die Spielregeln des Erfolgs. Es kann sein, dass sie selbst nicht mal viel erreicht haben im Leben, doch sie wissen, worauf es ankommt. In gewisser Weise haben sie sich dazu entschieden, das Spiel des Erfolgs nicht mitzuspielen, weil sie sich ihren Ängsten und Fehlern ergeben und ihre Träume bewusst aufgegeben haben. Durch ihren realistischen Blick auf die Dinge, brauchen sie nicht, andere Menschen für ihr eigenes Versagen schlecht zu reden. Sie wissen, dass sie für ihr Leben 100% selbst verantwortlich sind. Sie finden es unnötig, andere zu beneiden, weil ihnen bewusst ist, dass sie ja weniger gegeben haben. Sie fühlen sich vom Leben nicht ungerecht behandelt, wenn jemand mehr Erfolg erzielt. Im Gegenteil, sie können sich für den Erfolg von anderen Menschen sogar freuen, weil sie anerkennen können, wie schwer es für diesen Menschen gewesen sein muss, ihr Ziel zu erreichen.

 

Zu Beginn hast du behauptet, dass Neid auf der Oberfläche betrachtet immer dann entsteht, wenn wir etwas begehren, aber nicht haben können. Was ist damit gemeint?

 

Auf den ersten Blick mag es so aussehen, dass du eine große Villa nicht kaufen könntest. Es liegt außerhalb deiner Vorstellungskraft, so etwas zu besitzen. Mit anderen Worten könnte man sagen, dass die große Villa überhaupt nicht der Auslöser für deine Neidgefühle ist, sondern eher die Tatsache, dass du dir selbst nicht zutraust, so viel Geld zu verdienen, um dir so ein Traumhaus zu erstehen.

 

Also sind Statussymbole wie ein schönes Haus und ein teures Auto gar nicht schuld daran, dass wir uns so schlecht fühlen?

 

Ganz genau. Ein Haus ist ein Haus, egal wieviel Quadratmeter es hat oder wie gut es ausgestattet ist. Natürlich wird das größere Haus auch einen höheren Marktwert haben, da es mehr Platz und gewisse Vorzüge bietet. Es ist völlig realistisch beide Häuser kaufen zu können, wenn man denn wollte. Wenn du dir zu traust, so viel zu verdienen, dass du dir irgendwann die große Villa leisten könntest, wirst du nicht neidisch werden. Wenn du die große Villa haben willst, aber dir selbst nicht zu traust, so etwas zu besitzen, wirst du bewusst oder unbewusst Neidgefühle entwickeln. Allerdings können diese Neidgefühle unterschiedlich stark ausfallen. Manche Menschen, die sich selbst nicht zutrauen, große Ziele zu erreichen, verspüren im ersten Moment einen kurzen Schmerz, schließlich würden sie auch gerne in einer Villa leben oder eine echte Meisterschaft gewinnen, doch im gleichen Augenblick erkennen sie an, dass sie im Leben einfach weniger bemüht haben und daher beschweren sie sich auch nicht, warum der andere mehr hat als sie selbst. Aus einem kurzen Schmerzgefühl kann auch echte Bewunderung oder Stolz wachsen, weil sie die Spitzenleistung, die sich hinter einer großen Villa versteckt, würdigen können.

 

Aber was passiert, wenn jemand im Lotto gewinnt? Diese Person hat doch nicht hart an ihren Zielen gearbeitet, sondern einfach Glück gehabt. Wie kann man da nicht neidisch werden?

 

Ein Lottogewinn ist natürlich eine Ausnahmesituation, die sehr unwahrscheinlich ist. Alles, was selten ist, wirkt auf den Menschen unfassbar begehrenswert. Dazu kommt noch, dass ein solcher Geldregen schnell und auf den ersten Blick sehr einfach auftaucht. Natürlich ist es durch die Unwahrscheinlichkeit nicht leicht zu gewinnen, aber wenn man es dennoch schafft, ist es nicht so, als ob man jahrelang Tränen und Schweiß dafür gelassen hat. In Wirklichkeit hat derjenige nur einen Schein mit sechs richtigen angekreuzt und das macht manche Menschen ja gerade so wahnsinnig. Kommt noch hinzu, dass wir den Gewinner nicht nur aus der Klatschpresse kennen, sondern mit ihm sogar höchstpersönlich zur Schule gegangen sind, kann der Neid ganz groß werden. Irgendwelche Stars oder Menschen, die einmal in der Zeitung erwähnt werden, erzeugen in uns meistens keine echten Neidgefühle, weil sie auf uns so unnahbar wirken. Es ist fast, als wären sie gar nicht real. Unseren Nachbarn oder Arbeitskollegen kennen wir dagegen sehr gut. Auch wenn sie uns unsympathisch sind, fühlen wir uns mit ihnen enger verbunden. Neidgefühle wirken daher, umso stärker, wenn wir den Menschen, auf den wir neidisch sind, auch kennen.

 

Wie kann ich aus meinen Neidgefühlen etwas Positives machen oder sie sogar ganz loswerden?

 

1. Wenn du Neid spürst, frag dich als erstes: „Was ist es, worauf ich neidisch bin?“ – Die meisten Menschen fühlen sich wegen ihren Neidgefühlen schlecht und minderwertig, können aber bei näherem Nachfragen nicht sagen, was sie denn genau haben wollen. Ist es wirklich das viele Geld oder ist es eher die Anerkennung, die der Mensch dafür bekommt.

2. Wenn du herausgefunden hast, worauf du neidisch bist, kannst du dich als zweites fragen, was du alles machen musst, um dein begehrenswertes Ziel zu erreichen. Stelle dir gleich einen Plan auf, der dich deinem Ziel jeden Tag näher bringt.

3. Mach dir bewusst, dass du das, was du begehrst und worauf du neidisch bist, auch besitzen kannst. Traue dir zu und gebe dir selbst die Erlaubnis, das Objekt oder die Fertigkeit deiner Begierde besitzen zu dürfen. Fühle dich wegen deiner großen Ziele nicht schlecht und lass dir von niemanden einreden, dass du oberflächlich, egoistisch oder dumm bist, nur weil du deine Träume verwirklichen willst.

4. Übernehme zu 100% Verantwortung für dein Denken und Tun. Akzeptiere im gleichen Atemzug, dass Erfolg nichts mit Glück zu tun hat, sondern immer ein Ergebnis von harter Arbeit ist. Es ist dir überlassen, ob du dich für deine Ziele anstrengst oder nicht. Übung macht den Meister und wer jeden Tag etwas für seinen Erfolg tut, wird eines Tages sein Ziel erreichen. Sei dir im Klaren, dass das Leben gerecht ist und nur diejenigen belohnt, die viel gegeben haben und durch die Angst gegangen sind. Wenn du harte Leistung würdigst und die Spielregeln des Erfolgs verstehst, wirst du nicht neidisch sein. Im Gegenteil, du wirst dich selbst mehr anstrengen und die Erfolge von anderen Menschen sogar feiern können, weil du weißt, wie viel Schmerz und Anstrengung hinter jedem Ziel verborgen liegt.

So, mein Frage- und Antwort-Spiel ist nun zu Ende und es liegt jetzt an dir, was du daraus machst. Ich wünsche mir sehr, dass du dein eigenes Leben in die Hand nimmst und das Leben erschaffst, dass du auch wirklich leben möchtest. Ganz ohne Neidgefühle 😉

 

Alles Liebe,

 

Katharina Pruger

 

Über die Autorin:

Katharina Pruger ist Bloggerin und Autorin. Außerdem hilft sie Menschen in Coachings ihr Potenzial zu entfachen und ihre Leidenschaft zu finden.

 

Zusammen mit ihrem Partner Nikolaj Günter haben sie schon etlichen Menschen aus der Opferrolle und so zu einer starken Persönlichkeit verholfen.

 

Ich bin sehr dankbar, diese zwei wundervollen Menschen als Freunde bezeichen zu können.

 

Wenn du mehr über sie erfahren möchtest, dann schau unbedingt auf ihrer Webseite vorbei. 🙂

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